Im dritten Jahr in Folge hat Timo Weishaupt, Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Sozialpolitik an der Georg-August-Universität Göttingen, gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern 150 Flyer in seiner Weender Nachbarschaft verteilt, ein Poster an seiner Bürotür in der Uni angebracht und auf Nebenan.de einen Spendenaufruf veröffentlicht. Insgesamt kamen Sachspenden in Form von Hygieneartikeln und Geldspenden in Höhe von über 1.000 Euro zusammen. Das meiste Geld hat er in 10 hochwertige Isomatten, 10 Paar warme Handschuhe und eine große Kiste voll mit neuer Herren- und Damenunterwäsche umgewandelt.
v.l.: Katinka, Rocky, Gerhard von Hugo (JHG), Mike Wacker (Straso) und Arnold von Zepelin (JHG)
Die Straßensozialarbeit hat gestern (22.12.) Weihnachtstüten an ihre Gäste verschenkt.
Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Weihnachtstütenaktion bereits. So wie viele andere, freuen sich auch Katinka und Rocky sehr auf die Leckereien: „Wir gehen regelmäßig zur Straso und werden hier immer sehr herzlich empfangen. Immer hat man ein offenes Ohr für unsere Fragen und wir bekommen schnell Hilfe. Auf die Weihnachtstüte freuen wir uns jedes Jahr wieder, denn es ist eine sehr schöne Geste, dass so an uns gedacht wird. Der Inhalt ist eine gute Mischung.“
Neben lebensweltorientierten Lebensmitteln, wie Butter, Käse, Marmelade, Kaffee, Tee oder eine Dose Suppe, finden die Straso-Gäste in den insgesamt 100 Tüten auch diverse Weihnachtsleckereien in ihrer Tüte, wie Lebkuchenherzen, Spekulatius, Dominosteine oder einen Schokoladenweihnachtsmann
v.l.: Jörg Mannigel (Diakonieverband), Angelika Franz (Migrationszentrum und Straßensozialarbeit), Sabine Wegener (Gothaer Versicherung), Cosmos Saronwiyo (Migrationszentrum), Kerstin Uhlendorff-Lehmann (Kirchenkreissozialarbeit), Christina Wehrmann (Krebsberatungsstelle), Mike Wacker (Straßensozialarbeit) und Birgit Ohlsen (Ev. Familien-Bildungsstätte).
60 Weihnachtspäckchen haben Mitarbeitende der Gothaer Versicherung im Rahmen der Charity-Tree-Weihnachtsaktion für Klient:innen unterschiedlicher Einrichtungen des Diakonieverbandes sowie der Ev. Familien-Bildungsstätte (FaBi) im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen-Münden gepackt. Fünf mehr, als im vergangenen Jahr. Am Freitag (15.12.) wurden sie im Forum Kirche und Diakonie an die Mitarbeitenden der Institutionen übergeben.
Wie schon in den vergangenen Jahren hat die Gothaer Versicherung an den Standorten in Köln und Göttingen zu Beginn der Adventszeit Wünsche gesammelt, in Göttingen von Klient:innen der Diakonieeinrichtungen und der FaBi, und diese über ein speziell dafür eingerichtetes Portal im Intranet sichtbar gemacht. „Die Mitarbeitenden in Göttingen sind so schnell gewesen, dass innerhalb von drei Stunden fast alle Geschenkwünsche vergeben waren. Manche haben gleich zwei oder drei Geschenkwünsche genommen“, erklärt Sabine Wegener, die die Aktion am Göttinger Standort organisiert. „Ich freue mich sehr, dass sich die Kolleg:innen auch dieses Jahr wieder so zahlreich sozial engagiert haben. Der Diakonieverband hat als Zielgruppe Menschen, die sich in irgendeiner Form in einer schwierigen Lage befinden. Viele haben niemanden, der an sie denkt. Darum ist uns die Charity-Tree-Weihnachtsaktion so wichtig, als ein Zeichen von Nächstenliebe und Solidarität.“
Am 10. Dezember 2023, dem zweiten Adventssonntag, fand die traditionelle Weihnachtsfeier für die Gäste der Straso statt. Fleißige Helfer*innen dekorierten die Teestube im Vorfeld mit Sternen, Weihnachts- und Schneemännern, Lichterketten sowie Engeln, damit wurde für eine winterliche, behagliche und weihnachtliche Stimmung gesorgt.
Das Team der Straso feierte gemeinsam mit einer großen Zahl an Gästen, die Stimmung war fröhlich, besinnlich und einfach schön. Es wurde gemeinsam Zeit verbracht, nett geplaudert und äußerst lecker gegessen. Großartig war das von unserem Küchenteam Thomas Hanssen (Koch) und Nadine zubereitete überaus anspruchsvolle, leckere und sehr gelungene Essen. Es wurden Wildragout mit Dörrobst in Lebkuchensauce an Serviettenknödel und Rotkohl als Hauptgang sowie Mousse au Chocolat auf Beerengrütze als Nachspeise serviert. Ein Wildschein wurde von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Göttingen dafür gespendet, dafür ein großes Dankeschön! Dr. Frank Uhlhorn, der Superintendent des Kirchenkreises Göttingen-Münden, war auch zugegen und hat eine besinnliche und schöne Andacht gehalten. Auch dafür ein herzliches Dankeschön!
Das Team der Straso wünscht gesegnete, schöne und friedliche Advents- und Weihnachtsfeiertage und einen guten Start in ein glückliches Jahr 2024!
In Verbindung mit meinem Studium der Sozialen Arbeit an der Universität Kassel, lernte ich 2021 die Straßensozialarbeit Göttingen kennen. Hier absolvierte ich meine sechsmonatigen berufspraktischen Studien. Die Arbeit mit den Klient_innen und der Arbeitsbereich generell gefiel mir sehr gut. Innerhalb dieser Praxisphase sah ich besonderen Handlungsbedarf im Bereich der Wohnungslosigkeit bei Frauen. Aus diesem Grund schrieb ich 2022 meine Bachelorarbeit zu dem Thema „Wohnungslosigkeit bei Frauen und die Berücksichtigung der möglichen Problemlagen in bestehenden Hilfesystemen in Göttingen“, um mich intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Besonders die Wohnungslosigkeit bei Frauen bleibt in der Gesellschaft oft unerkannt, wo sie doch trotzdem stattfindet und viele Frauen betrifft. Ich möchte mit meiner Arbeit erreichen, dass die Menschen, die in unserer Gesellschaft oft nicht gesehen werden, bei mir Gehör sowie Hilfe finden und ich Ihnen mit Anerkennung und Wertschätzung gegenübertrete.
Ich freue mich Teil des Teams der Straßensozialarbeit Göttingen zu sein.
Nach meinem Studium im Kommunikationsmanagement hatte ich den richtigen Sinn meiner Arbeit noch nicht wirklich gefunden. Als ich dann nochmal Soziale Arbeit in Kassel studierte, fühlte sich alles genau richtig an. Einige Jahre durfte ich Menschen in den unterschiedlichsten Problemlagen begleiten. Im Landkreis Göttingen im Fachbereich Jugend war ich bspw. knapp sieben Jahre Erziehungsbeistand; betreute Kids und Jugendliche und war nach meiner Elternzeit im Familienservice tätig. Nun zog es mich zur Straso, deren Arbeit ich schon viele Jahre im Kopf hatte. Ich freue mich sehr, das Team und die Menschen in diesem Arbeitsbereich unterstützen zu dürfen. Gesellschaftliche Missstände machen sich in diesem Arbeitsfeld besonders bemerkbar und mir ist wichtig, dass Menschen dort genau hinsehen. Ich denke, dass in der heutigen Zeit kaum jemand davor gefeit ist, aus den unterschiedlichsten Gründen heraus, alles verlieren zu können. Deswegen geht es hier für mich neben der alltäglichen Begleitung und den Hilfsangeboten um ganz banale Dinge: den Menschen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen, egal in welcher Lebenslage sie sich befinden und für die Leute einzustehen, die sonst keine Lobby haben.
Monika Borgfeld bekommt von Friseurin Massi einen kostenlosen Haarschnitt
Am 21. November fand zum vierten Mal in diesem Jahr eine Friseuraktion bei der Straßensozialarbeit statt. Insgesamt fünf Gäste, davon drei Frauen und zwei Männer, kamen wieder in den Genuss eines für sie kostenlosen Haarschnittes. Finanziert wurde dieser erneut vom Rotary Club Göttingen-Münden.
Friseurin Massi, die sich kürzlich nach ihrer Meisterinnenprüfung selbstständig gemacht und den Salon im "Seniorenzentrum Göttingen" übernommen hat, freute sich über die Anfrage der Straso und hat die Aktion mit ihrer Arbeit und zudem besonders günstigen Konditionen unterstützt. „Ich möchte etwas zurückgeben“, erzählte Massi, da sie selbst in ihrer ersten Zeit als alleinerziehende Mutter aus dem Iran in Deutschland viel wertvolle Unterstützung von der Diakonie erfahren hat.
Massis neuen Kunden konnte man die Zufriedenheit über den neuen Haarschnitt und den freundlichen Kontakt ansehen. „Superaktion! Hat mir gut gefallen“, freute sich Monika Borgfeld über ihre neue Frisur.“
v.l.: Mike Wacker (Straso), Arnold von Zepelin (JHG) und Gerhard von Hugo (JHG)
Die Straßensozialarbeit (Straso) hat fünf Sheltersuits für ihre Klient:innen von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Göttingen (JHG) erhalten.
Der Sheltersuit wurde von einer niederländischen Stiftung entwickelt und ist eine wind- und wasserdichte Jacke mit einem durch einen Reißverschluss angekoppelten Schlafsackaufsatz, verpackt in einem Seesack. Die Jacke besteht aus hochwertigem, atmungsaktivem Zeltstoff. Das Innenfutter besteht aus Upcycling-Schlafsäcken. Die große Kapuze schützt das Gesicht vor Regen und Straßenlaternen und enthält einen integrierten Schal. Der Schutzanzug wurde entwickelt, um in kalten Klimazonen getragen zu werden. Er hält Temperaturen bis zu minus 30 Grad aus und hat einen Wert von rund 300 Euro.
Am 20.09.2023 verbrachten Straso-Besucher*innen einen gemeinsamen Nachmittag zusammen mit zwei Sozialarbeiter*innen im Tierpark Sababurg.
Die tierischen Bewohner des Parks waren für alle die Hauptattraktion. In Erinnerung blieben den Straso-Besucher*innen auch die Schaufütterungen der Luchse und Vielfraße, sowie die Greifvogelflugschau. Es wurde gestreichelt, gewandert und viel gelacht.
Nach einer erlebnisreichen und „tierischen“ Zeit im Tierpark, konnte man den gemeinsamen Tag vor Ort bei Kaffee und Currywurst Revue passieren lassen.
Alle Besucher*innen bewerteten den Ausflug als schön und lohnend. Positive Gefühle und Leichtigkeit waren zu spüren: „Das war ein richtig toller Tag. Ich konnte in der Zeit mal die ganzen Probleme richtig vergessen“, erklärt Markus H. begeistert. „Mir hat es richtig gut gefallen. Man hat sich mal entspannen können von dem ganzen Stress in der Stadt“, fügt Jörg A. hinzu.
Dieser Tag macht deutlich, wie wichtig Freizeitangebote und positive Erlebnisse außerhalb der Räumlichkeiten der Straso und losgelöst von der eigenen prekären Lebenssituation sind. Zudem ist ein Ausflug wie dieser, vielen Gästen der Straßensozialarbeit oftmals finanziell nicht möglich.
Am Dienstag, den 05. September 2023 fand zum dritten Mal in diesem Jahr eine Friseuraktion für Gäste der Straßensozialarbeit in den Räumlichkeiten der Straso statt. Nach einer Testphase mit fünf Personen, können sich inzwischen sieben Personen die Haare schneiden lassen. Aufgrund des schönen Wetters haben aber offensichtlich drei der insgesamt sieben angemeldeten Personen vergessen, dass sie eine Voranmeldung zu einem Friseurtermin hatten.
Nichtsdestotrotz war die Stimmung bei der Aktion sehr gut. Die vier erschienenen Friseurkundinnen und -kunden von Friseurin Massoumeh Noujah (Massi) waren alle sehr zufrieden. Massi erledigte Ihre Aufgabe wie immer brillant. Freundlich geht sie auf die Wünsche der Kundinnen und Kunden ein, gibt aber auch Empfehlungen, wenn Jemand unsicher ist. Dass sie ihre Arbeit gut macht und sie beliebt ist, zeigt sich u. A. daran, dass es „Wiederholungstäter“ gibt, das bedeutet einige der Gäste haben sich mehr als einmal von Massi ihre Haare verschönern lassen. Außerdem bekommt sie eigentlich immer als Anerkennung ihrer Leistung ein Trinkgeld von den Klientinnen und Klienten. Grundsätzlich finanziert wird die Aktion noch immer von den gestifteten Mitteln des Rotary-Clubs Göttingen-Hann. Münden, so dass alle Haarschnitte für unsere Gäste kostenlos sind. Da zurzeit noch finanzielle Mittel vorhanden sind und Massi weiterhin bereit ist, unseren Besucherinnen und Besuchern die Haare zu schneiden, wird die Aktion bis mindestens Anfang des nächsten Jahres fortgeführt werden können.
Wer ebenfalls Lust hat, sich von Massi die Haare verschönern zu lassen, der kann sie gerne in ihrem Salon (Salon Massi am Ingeborg-Nahnsen-Platz) besuchen. Noch hat sie Kapazitäten frei und freut sich über Neukundinnen und -kunden.